„Alle da?“ – Diese Frage sorgte bereits bei der Abfahrt am Donnerstag, dem 9. Juli, für den ersten kleinen Nervenkitzel. Während der ICE nach München schon fast zur Abfahrt bereit war, fehlte ausgerechnet Erik. Doch Entwarnung: Im allerletzten Moment sprang er noch in den Zug – die Romfahrt konnte beginnen!
Von München aus brachte uns der Nightjet über Nacht nach Rom. Nach einer zwar kurzen, aber durchaus erlebnisreichen Nacht erreichten wir am Freitagmittag den Bahnhof Roma Tiburtina. Mit der Metro ging es weiter zum Hotel Stromboli nahe des Bahnhofs Termini, wo wir unsere Zimmer bezogen und uns auf die ersten Entdeckungen freuten. Am Abend erwartete uns die erste Stadtführung. Gemeinsam mit unserem Guide erkundeten wir „Rom am Abend“.
Entlang der Kaiserforen führte der Weg in das lebendige Viertel Monti, weiter zur Spanischen Treppe und schließlich zum Trevi-Brunnen. Anschließend blieb noch genügend Zeit, um durch die Gassen zu schlendern, italienisches Essen zu genießen und natürlich das erste – aber längst nicht letzte – Gelato zu probieren.
Trotz hochsommerlicher Temperaturen war die Stimmung bestens
Der Samstag begann mit einem typisch italienischen Frühstück. Süße Hörnchen, Kuchen und Kaffee standen im Mittelpunkt, ergänzt durch eine überraschend internationale Auswahl mit Obst, Rührei und sogar Reis mit Würstchen. Anschließend trafen wir unseren Guide wieder, der uns das antike Rom näherbrachte. Gemeinsam erklommen wir den Palatin und erkundeten das Forum Romanum. Zwischen Tempelruinen, Triumphbögen und jahrtausendealter Geschichte wurde uns schnell klar, dass die Jahreszahlen „100 nach Christus“ und „300 nach Christus“ nun endgültig zu unserem Wortschatz gehörten. Fast genauso regelmäßig wurden wir allerdings von unserer Lehrerin gefragt, ob wir inzwischen auch die sieben Hügel Roms aufzählen könnten – eine Frage, die uns die gesamte Reise über begleitete. Unser Guide machte uns außerdem auf die vier Buchstaben SPQR aufmerksam, die uns von da an überall begegneten – auf Gebäuden, Brunnen, Kanaldeckeln und sogar auf den Gullideckeln. Seitdem wissen wir: In Rom kommt man an Senatus Populusque Romanus („Senat und Volk von Rom“) kaum vorbei.
Unser Guide verriet uns außerdem einen echten Römer-Trick: Hält man den Auslauf der Brunnen mit dem Finger zu, sprudelt das Wasser aus einer kleinen Öffnung nach oben und lässt sich ganz bequem trinken – eine Technik, die viele von uns schnell übernahmen.
Bei Temperaturen von weit über 35 Grad waren die zahlreichen öffentlichen Trinkwasserbrunnen in Rom Gold wert. Dort konnten wir jederzeit unsere Trinkflaschen mit frischem Wasser auffüllen. Unser Guide verriet uns außerdem einen echten Römer-Trick: Hält man den Auslauf der Brunnen mit dem Finger zu, sprudelt das Wasser aus einer kleinen Öffnung nach oben und lässt sich ganz bequem trinken – eine Technik, die viele von uns schnell übernahmen. Anschließend besichtigten wir das beeindruckende Kolosseum, in dem einst Gladiatoren kämpften. Nach einer Freizeitpause ging es weiter zum Circus Maximus. Von der einstigen Wagenrennbahn sind heute zwar nur noch die Umrisse zu erkennen, dafür fanden wir dort den vermutlich besten Obstverkäufer Roms. Seine frischen Melonen und das gekühlte Obst waren bei der sommerlichen Hitze mindestens genauso beliebt wie die historischen Sehenswürdigkeiten. Den Abschluss des Tages bildete ein gemeinsamer Pastaabend mit Cacio e Pepe oder Pasta al Pomodoro. Über den perfekten Garpunkt italienischer Pasta gingen die Meinungen allerdings auseinander – „al dente“ war einigen doch etwas zu authentisch.
Katakomben, Kapitol und Tempel
Am Sonntag führte uns die Metro und anschließend der Bus hinaus zur Via Appia Antica. Besonders beeindruckend war die Führung durch die Katakomben des heiligen Kallistus, deren unterirdische Gänge einen faszinierenden Einblick in die frühe Geschichte des Christentums boten. Anschließend ging es zurück zum Kapitol, wo einst die Tempel für Jupiter und Juno standen. Natürlich durfte auch ein Gruppenfoto vor der berühmten Reiterstatue Kaiser Marc Aurels nicht fehlen. Von hier aus bot sich uns noch einmal ein großartiger Blick über das Forum Romanum. Spätestens jetzt konnte wohl auch fast jeder die sieben Hügel Roms nennen – zumindest die meisten davon.
Der Montag stand ganz im Zeichen des Vatikans
In den Vatikanischen Museen reihten sich Vasen, Teppiche, Gemälde und unzählige Kunstwerke aneinander, bis schließlich mit der Sixtinischen Kapelle der absolute Höhepunkt erreicht war – jenem Ort, an dem während eines Konklaves die Päpste gewählt werden. Am Abend ließen wir unsere Reise bei einem gemeinsamen Pizzaessen im Viertel Monti ausklingen. Anschließend zog es viele noch einmal zum Kolosseum und zum Forum Romanum, die im abendlichen Lichterglanz eine ganz besondere Atmosphäre ausstrahlten. Am Dienstag hieß es schließlich Koffer packen und Abschied nehmen.
Nach dem Auschecken wurden die Koffer im Hotel deponiert, bevor wir noch einige Stunden im charmanten Viertel Trastevere verbrachten. Dort wurden die letzten Souvenirs besorgt – insbesondere Kühlschrankmagnete wechselten noch einmal in großer Zahl den Besitzer. Am Nachmittag machten wir uns schließlich auf den Weg zum Bahnhof, von wo aus der Nightjet uns zurück nach München brachte. Nach einer weiteren Nacht im Zug und der anschließenden ICE-Fahrt erreichten wir schließlich wieder unsere Heimat – müde, aber voller neuer Eindrücke und schöner Erinnerungen. Was von dieser Fahrt bleibt? Viele neue Eindrücke, unzählige gelaufene Kilometer, jede Menge Sonne (manche würden sagen: etwas zu viel davon), beeindruckende Zeugnisse der Antike, gutes italienisches Essen und viele gemeinsame Erlebnisse. Und falls uns heute noch jemand nach den sieben Hügeln Roms fragt – zumindest einige Namen sind ganz bestimmt hängengeblieben.
Arrivederci, Roma – wir kommen gerne wieder!
















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