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martin.niemoeller.gesamtschule2@bielefeld.de

Apfelstraße 210

33611 Bielefeld

Schule ohne Rassismus

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Reisen bildet – gelebte Partnerschaft seit 1982

Simbabwe MNGE Schüleraustausch 2025

„Reisen bildet“ – diesem Gedanken folgen auch zehn Schüler*innen der Martin-Niemöller-
Gesamtschule
sowie ihre drei begleitenden Lehrkräfte Herr Acar, Herr Duda und Frau
Edelmann
. Im Oktober machen sie sich auf den Weg zur Nkululeko High School in
Simbabwe
, um den Gegenbesuch anzutreten. Bereits im Mai 2024 war eine Delegation aus
Nkululeko zu Gast in Bielefeld.
Die Begegnung wird durch die Unterstützung von ENSA / Engagement Global ermöglicht.
Unsere Schulpartnerschaft zwischen der MNGE und der Nkululeko High School besteht
bereits seit 1982
– und auch über vier Jahrzehnte später ist sie lebendig, inspirierend und für
alle Beteiligten bereichernd.

Ein gemeinsames Projekt: Nachhaltige Mobilität gegen Drogenmissbrauch

Schon im Mai 2024 verständigten sich beide Projektgruppen auf ihr Jahresthema:
Sustainable mobility to eradicate drug abuse – cycling as a solution“.

Mit Informationsmaterial zur Drogenproblematik in Bielefeld und an unserer Schule im
Gepäck reist die MNGE-Gruppe nun nach Nkululeko – gespannt darauf, die Situation vor Ort
kennenzulernen, zu vergleichen und gemeinsam Lösungen zu entwickeln.

Die Wiedersehensfreude mit den Freund*innen aus Simbabwe ist dabei groß. Die Ankunft in Nkululeko fällt mitten in den Prize Giving Day, an dem besondere Leistungen der Schüler*innen gefeiert werden – ein beeindruckender Auftakt. Das darauffolgende Wochenende bietet Gelegenheit, im Schlafsaal anzukommen, die aktuellen Mitglieder des Partnerschaftsclubs kennenzulernen und alte wie neue Freundschaften zu vertiefen.

Von der Idee zur Aktion

Nach Unterrichtsbesuchen beginnt am Dienstag die intensive Projektarbeit:
Es werden T-Shirts und ein Banner gestaltet, eine Rede vorbereitet und die Organisation
des geplanten Aktionstages „Cycling to eradicate drug abuse“ vorangetrieben. Dazu
gehören der Kauf von Materialien, das Organisieren von Fahrrädern und das Einbinden
radfahrender Tagesschüler*innen in die Aktion.

Die Gruppe erfährt schnell, dass besonders billige synthetische Drogen in Gweru und in
Simbabwe insgesamt ein wachsendes Problem darstellen. Umso mehr unterstützt die
Regierung jede Initiative gegen Drogenmissbrauch – ein wichtiger Rückenwind für das
gemeinsame Projekt.

Der große Aktionstag in Gweru

Nach rund zehn Tagen intensiver Vorbereitung, inklusive der Einholung aller Genehmigungen für eine Demonstration in der Provinzhauptstadt Gweru sowie Sicherheitstests für alle Radfahrer*innen, ist es am 17. Oktober 2025 so weit:

Bereits kurz nach fünf Uhr morgens machen sich 30 Jugendliche und mehrere Lehrkräfte bereit. Die ersten 15 Radfahrer*innen starten auf die 40 km lange Strecke. Die holprigen Sand- und Steinpisten zu Beginn fordern sowohl Kondition als auch Durchhaltevermögen heraus – und das Reparaturteam um Herrn Acar und Ahmed aus der Fahrrad-AG ist im Dauereinsatz. Unter der Leitung von Herrn Duda erreicht die Gruppe schließlich mit nahezu allen Fahrrädern die Stadtgrenze von Gweru.

Gut trainierte Tagesschüler*innen schaffen die gesamte Strecke – doch im Mittelpunkt steht
das Gemeinschaftserlebnis. In Gweru schließen sich vier radelnde Polizisten als Geleitschutz
an, außerdem die Marimba-Band der Nkululeko High School und eine Fußgruppe.
Gemeinsam formieren sie einen eindrucksvollen Demonstrationszug, der musikalisch
begleitet durch die Hauptstraßen zieht und von zahlreichen Passant*innen begrüßt wird.

Ein begleitender Polizist fasst die Bedeutung zusammen:
„We are very happy that a school takes up this problem. It is really serious.“

Bei der Abschlusskundgebung an der Chaplin High School spricht unter anderem Dr.
Kumalo
, Gründerin einer Rehabilitationseinrichtung in Gweru. Ein Auszug aus ihrer Rede
bleibt besonders im Gedächtnis:

„In a world where young people face increasing pressure and temptation, we must offer not
only guidance but alternatives – healthy, empowering, and sustainable ones. Cycling is more
than a mode of transport. It is a movement toward wellness, discipline, community and
purpose.“

Ein Projekt, das bewegt – im wahrsten Sinne des Wortes

Mit dem Gefühl, gemeinsam etwas Sichtbares und Bedeutungsvolles geschaffen zu haben,
endet diese intensive Projektphase. Der Abschied am nächsten Tag fällt schwer, wird aber
durch die Aussicht auf ein Wiedersehen erleichtert:

2027 erwartet die MNGE hoffentlich wieder eine neue Gruppe aus Nkululeko – und eine
neugierige, engagierte neue Schüler*innengruppe in Bielefeld, die die Partnerschaft
fortführt.

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